Simon no Japan / in Japan / Monat 3

Simon の Japan

Letzte Aktualisierung: 17.05.2015, 18:12:29

Mein Japan-Blog / Monat 3

Gut gehen lassen

Zurzeit geniesse ich das Leben in Japan in vollen Zuegen. Ich habe einen Job, bald auch ein eigenes Apartment und habe Leute mit denen ich mich ab und an mal treffe.

Waehrend ich hier diesen Blogeintrag schreibe, sitze ich in einem (fuer japanische Verhaeltnisse) guenstigen Caffe und geniesse einen amerikano Kaffee mit Milch und ein Gebaeck aus Blaetterteig mit einem haeupchen Erdbeerkonfituere oben drauf. Dabei hoere ich schrecklige klimper-Musik, was im Fachjagon auch "Jazz" genannt wird. Trotzdessen, dass mir dieser Musikstil nach einer halben Stunde schon auf die nerven geht, sitze ich hier entspannt auf meinem Hocker, blicke aus den grossen Fenstern auf die Strasse und geniesse meinen Samstag Abend.

Zu dieser wundervollen Stimmung gesellt sich ein wenig Pech dazu, denn ich muss mich im Raucherbereich des Caffe's aufhalten, da der andere Bereich schon besetzt ist. Ansich stoert mich es nicht sehr, dass ich hier den Qualm einatme, dennoch wird meine Kleidung wieder maechtig nach Aschenbecher stinken. Zum Gleuck gehe ich morgen Abend ein weiteres Mal zu dem Deutsch-Japanischen Stammtisch, wo ich genau die gleiche Kleidung tragen werde. Dieser findet, wie schon in einem frueheren Blogeintrag erwaehnt, in einem englischen Pub statt, wo auch kreaftig geraucht wird. Dieser Umstand hat mich auch beruhigt meinen Kaffee trinken lassen.

Ich mal wieder im Caffe

Ich mal wieder im Caffe: St.Marc Caffe. Amerikano M size 1,80; Erdbeergebaeck 1,50;

Den Vertrag fuer mein neues zu Hause, ein Apartment in Chiba, habe ich diese Woche uebrigends unterschrieben. Getroffen habe ich mich mit meiner Kontaktperson der Firma in seinem sehr engen Buero. Dadurch, dass zu diesem Zeitpunkt auch andere Kunden vor Ort waren, kam mein Ansprechpartner zu dem Entschluss, dass wir die Sache mit dem Vertrag und alles weitere in einem Caffe ausserhalb erledigen werden. Ich habe also zugestimmt (immerhin liebe ich es im Caffe zu sitzen).

Erst dachte ich, wir gehen in das Doutor (japanische Caffe-Kette), welches sich ein Haus weiter befindet, aber er hat mich in ein edles Caffe gebracht. Ein sehr schoenes, aber auch teures Caffe. Fuer diesen Anlass aufjedenfall sehr passend. Der leckere Kaffe ging uebrigends aufs Haus der Firma, natuerlich.

Nachdem uns die Bedienung den Kaffe eingeschenkt hat, sind wir nochmal den Vertrag mit allen wichtigen Einzelheiten durchgegangen. Der nette Herr war auch so freundlich fuer mich in einer normalen Art und Weise zu sprechen und nicht im super hoeflichen Geschaeftsjapanisch, was fuer mich nocheinmal zusaetzlich schwierig ist. Nachdem alles geklaert war, habe ich jedes einzelne Formular mit meinem Hanko (Unterschriftenstempel) unterschrieben. Zu guter letzt bezahlte ich die erste Miete, die Versicherung fuer Feuer und vieles weitere, die Reinigungspauschale und die Buergenfirma in Bar. Danach sind wir zurueck ins Buero, haben meinen Reisepass und meinen japanischen Ausweis kopiert und die Quittung fuer meine erste Bezahlung ausgedruckt.

Anschliessend bin ich mit ungefeahr 950 Euro weniger zum naechsten Stopp an diesen Tag gefahren. Mittlerweile war es 17:45 Uhr. Ich habe mich im noch tieferen Chiba mit meiner Sprachaustauschfreundin getroffen, da sie am Freitag fuer zwei Wochen nach Deutschland geflogen ist. Wir haben uns in einem italienischen Restaurant niedergelassen und haben leckere Spaghetti verputzt. Nebenbei habe ich ihr nochmal viele Fragen rund um Deutschland und der Sprache Deutsch beantwortet.

Natuerlich haben wir auch viel Japanisch gesprochen, da sie sich (glaube ich), noch nicht richtig traut nur Deutsch zu sprechen und auch Fehler zu machen. Fehler machen gehoert nunmal zum Erlernen einer Sprache dazu. Traurigerweise hatte ich das Gefuhel in Deutschland, dass Fehler machen leider auch schon zu den eigenen Landsmaennern dazugehoert, wie etwas suesses zum Kaffe.

Da mir die Luft hier allmaehlich zu schlecht wird, werde ich jetzt aufbrechen ~

21.02.2015

Umziehen in ein Apartment

Da ich ziemlich genervt von meiner Gastfamilie bin und ich auch mal gerne alleine wohnen wuerde habe ich mit dem Gedanken gespielt in ein Apartment einzuziehen. Allgemein ist das ziemlich unueblich fuer Leute die ein Workingholiday Jahr machen, da man meistens einen laengeren Zeitraum buchen muss bzw. in dem Apartment bleiben muss. Weil ich mir aber fuer den gleichen Preis nicht ein Badezimmer und eine Kueche (z.B in einem Guesthouse) teilen wollte, habe ich mich also fuer einen etwas schwierigeren Weg entschieden. Also gesagt getan, habe ich nach einem Apartment gesucht und auch direkt eins in Chiba gefunden. Man muss sich damit abfinden, dass man nichts in Stadtmitte fuer unter 90.000 Yen findet. Das sind umgerechnet um die 700 EUR... und meistens sind die Wohnungen auch nur gaaaaanz klein, wie ueblich fuer Japan.

Und sollte ich dann dochmal genug Geld haben umd rumreisen zu koennen, habe ich aber immernoch ne bleibe, falls irgendwas schief geht. Man merkt ganz klar, dass es sich eigentlich immer nur ums Geld dreht ;) . Gluecklicherweise enthaellt das Apartment schon eine Waschmaschine, eine Mikrowelle, Internet und ein Kuehlschrank. Somit ist das tuerste schonmal vorhanden. Alles andere muss ich mir halt anschaffen, dennoch bin ich dann warscheinlich immernoch guenstiger als hier. Und freier... .

Wenn man in eine neue Wohnung oder ein Apartment in Japan einzieht, dann muss man immer mit sehr viel Geld am Anfang rechnen. Das kann sich dann beim Einzug schonmal auf das fuenffache der Miete belaufen. In meinem Fall ist es nur ein bisschen mehr als das doppelte der Miete. Man benoetigt meistens eine "Buergenfirma", eine Versicherung gegen Feuer und man hinterlegt eine Reinigungspauschale, fuer den Fall, dass man die Wohnung wieder verlaesst. Und das alles zusammen kostet dann gerne mal so viel wie die Miete an sich. Dann muss man sich noch Sachen anschaffen, wenn man noch nichts hat und und und. Das heisst, ich spare warscheinlich erst ab dem 4. Monat Geld. 6 Monate muss ich uebrigends mindestens bleiben, sonst muss ich zwei Monate strafe zahlen.

Den Vertrag des Apartments bin ich uebrigends mit meinem Arbeitskollegen durchgegangen. Ist immer besser wenn man jemanden dabei hat, der Ahnung hat. Als Auslaender wird man immer gerne beschissen. Zum Unterschreiben gehe ich aber alleine hin, da Japaner allgemein ziemlich beschaeftigt sind.

Bilder vom Apartment werden noch folgen, wenn ich dann endlich eingezogen bin und ich es mir ein wenig gemuetlich gemacht habe...

13.02.2015

Ikspiari in Tokyo

Gestern war ich auf Grund einer Verabredung mit einer Freundin in der kleinen Fantasy-Stadt namens Ikspiari. Diese befindet sich in der Naehe der Stadtion 舞浜 (Maihama), ziemlich im Osten Tokyos. Ich war echt ueberrascht, wie gut diese Stadt huebsch und kitschig zugleich aufgebaut ist. Sie liegt uebrigends direkt neben dem Disney-Resort Japan.

Eigentlich wollten wir nur ins Kino gehen, aber da wir frueher verabredet waren, sind wir noch durch die Stadt geschlendert, haben hier und da was gegessen. Leider ist dort, wie erwartet, alles ziemlich teuer. Zwei Crepes haben umgerechnet 6 Euro gekostet. Leider habe ich vergessen davon ein Bild zu machen. Nachdem wir dann in zahlreichen Laeden waren, haben wir in einem dort kleinen "Supermarkt" ein Snack und etwas zu trinken fuers Kino gekauft. Ueberraschenderweise gab es viele auslaendische Produkte wie Haribo und Knabberzeug aus Deutschland. Deswegen haben wir uns dann letztendlich doch fuer Knabber-Brezeln entschieden. Zu trinken gab es fuer mich Cola und fuer sie Saft. Danach haben wir ihr Handy dann in einem Docomo Shop in ein kleines Handyschliessfach eingeschlossen, wo jeder sein Handy kostenlos laden kann. Danch assen wir schnell Udon und anschliessend gings dann zum Kino. Hier ein paar Bilder:

Ikspari Kino

Der Film den wir gesehen haben hiess "begin again (はじまりのうた - hajimari no uta)"

Der Film lief in Englisch mit japanischen Untertitel, so wie es ueblich in Japan ist. Ehrlich gesagt hatte ich nur ab und zu probleme etwas zu verstehen, wobei ich den Film ohne grosse anstrengung sehen konnte.

Ikspari Stadt

Fuer jeden, der mal die Welt um sich rum vergessen will ;)

Ikspari Stadt

Und auch vor der Stadt geht die Idylle weiter...

Nach dem Kino sind wir dann schnell rausgeflitzt und haben uns noch den letzten Rest vom Feuerwerk angeschaut. Leider ist das Bild nichts so richtig geworden.

Ikspari Feuerwerk

Feuerwerk vom Disneyland

Anschliessend sind wir dann in ein American Diner gegangen, was uns den Abend voll vermiest hat. Da man in Japan erst mit 20 Alkohol trinken darf, wurde uns der Alc verwaehrt und das essen war auch echt mies fuer seinen Preis. Fazit: Nicht nur die American Diner's in Deutschland sind mies, auch die in Japan sind es. Aber man wird ja schlauer ;)

10.02.2015

Harajuku mal anders

Sonst bin ich eher ungern nach Harajuku gegangen. Viele Menschen, viele Geschaefte, junge Leute die viel Wert auf Mode legen und eigentlich war ich nur da, um mal zu schauen, was es noch so in Tokyo gibt. Dennoch ist dor nicht wirklich was fuer mich, was ich gerne mache. Obwohl es dort auch Dotour gibt, wo ich gerne mal ein Kaffee trinken gehe ;) .

Diesmal war ich aber in Harajuku, weil eine Freundin was fuer ihre Reise kaufen wollte. Deshalb dachten wir, es waere am besten nach Harajuku zu gehen, da man dort viel Auswahl hat. Also haben wir uns am Bahnhof getroffen. Danach sind wir dann erstmal durch die kleine, guenstige Einkaufsmeile geschlendert und haben nach ein paar Sachen geschaut. Weil es geregnet hat und wir langsam ein wenig erschoepft gewesen sind, haben wir uns in ein Schokoladen-Caffe gesetzt. Preislich sehr teuer, aber auch sehr lecker. Hier in Bild:

Schokoladen Caffe Harajuku

Schokoladen Pizza mit Marshmallows und Waffel Tuttifrutti

Danch waren wir in den Omotesando-Hills. Ein Kaufhaus in der Einkaufsmeile. Sehr cool gestaltetes Kaufhaus, aber man sollte genug Geld mitbringen, so wie immer in Japan. Ausserdem gibt es im Erdgeschoss auch ein deutsches Restaurant. Dort warten wir aber nicht.

Omotesando-Hills

Auf dem Foto wirkt es leider nicht so...

Nachdem wir in Harajuku fast in allen Kaufhauesern waren, dachten wir, es waere das beste nach Shibuya zu laufen, was nur 15min per Fuss entfernt ist. Also haben wir uns auf nach Shibuya gemacht, ab und zu einen zwischenhalt in einem kleinen Geschaeft gemacht und sind dann irgendwann in Shibuya angekommen. Dort waren wir dann noch in anderen Geschaeften, weil sie immernoch keine Handschuhe gefunden hat. Naja, irgendwann ueberkam uns dann aber doch der Hunger und wir sind dann Okonomiyaki essen gegangen. Das Restaurant kannte ich schon, weil ich dort immer mit einer anderen Freundin essen gehe. Sehr lecker, preislich fair und nette Atmosphaere.

Okonomiyaki in Shibuya

Okonomiyaki!!!

08.02.2015

Der dritte Monat hat begonnen

Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte mal was von mir hoeren hab lassen. Es hat sich nicht viel veraendert. Ich lebe noch immer bei meiner Gastfamilie, arbeite noch immer im Restaurant und habe noch immer nicht so richtig Anschluss an Leute gefunden. Das letzte koennte sich jetzt bald aendern.

Ich war neamlich auf einem Deutsch-Japanischen Sprachstammtisch, den ich im Internet gefunden habe. Dieser hat in einem englischen Pub stattgefunden. Die Veranstalter sind Deutsche dir hier leben. Super nette Deutsche. Der Pub an sich ist ziemlich klein, vielleicht fuer 30 - 40 Leute. Am Anfang als ich in den Pub kam, wurde ich gleich freundlich von dem Organisator begruesst. Danach haben wir uns hinten in eine Ecke des Pubs gesetzt. Speater wurden wir dann immer mehr Leute, sodass der Stammtisch das gesamte Lokal eingenommen hatte. Man stelle sich einfach vor, dass man in einem Pub ist, wo jeder Japaner das Interesse hat, Deutsch zu lernen und jeder Deutsche das Interesse hat Japanisch zu lernen. Somit hat jeder einfach mit jedem geredet, wie er Lust hatte. Ich habe dort auch sehr nette Leute kennen gelernt, auf die ich mich schon wieder freue. Das naechste Treffen ist naechste Woche. Auf dem Treffen habe ich auch eine Japanerin kennen gelernt, mit der ich mich letztens nochmal getroffen hab... sozusagen als Tandempartner.

Eine weitere Veraenderung stellt die Arbeitssituation hier dar. Ich gebe jetzt privaten Unterricht an eine Schuelerin, zweimal die Woche fuer jeweils zwei Stunden. Dadurch kommt ein wenig mehr Geld in die Haushaltskasse, was mir aufjedenfall zu gute kommt. Neachste Woche treffe ich dann einen neuen Japaner, der Deutsch lernen moechte. Mal sehen, ob ich dann bald meinen zweiten Schueler habe. Der verdienst ist pro Stunde das doppelte, den ich in meinem Restaurant habe und das, obwohl ich noch ziemlich guenstig bin. Dennoch suche ich immer noch einen anderen festen Job. Am besten etwas in der IT-Branche.

Bei meiner Gastfamilie meochte ich uebrigends ausziehen, da das Leben mit einer anderen Familie ziemlich viele Regeln beherbergt. Ausserdem moechte ich mal alleine Leben und guenstiger wird das warscheinlich auch noch. Allerdings habe ich nicht wirklich viel Zeit mich um ein Apartment zu kuemmern... vielleicht ziehe ich auch erstmal in ein Guesthouse oder in ein Sharehouse ein. Es gibt schon viele Moeglichkeiten, nur eine Unterkunft mit einer guten Lage und einem guenstigen Preis zu finden ist schwierig... vielleicht muss ich dann ausserhalb von Tokyo leben. Naja, besser als bei der Gastfamilie alle mal.

Wie auch immer, das Leben hier nimmt endlich ein wenig Fahrt auf und ich hoffe bald wieder ein wenig mehr Zeit zu finden um euch mehr berichten zu koennen.

30.01.2015