Simon no Japan / in Japan / Monat 6

Simon の Japan

Letzte Aktualisierung: 23.05.2015, 07:26:27

Mein Japan-Blog / Monat 6

Arbeit in Japan, Leben in Japan

Jeder hat eine Vorstellung wie der Arbeitsalltag in Japan aussehen koennte. Jedenfalls jeder der sich mit Japan beschaeftigt oder sich fuer Japan interessiert. Letztendlich kann ich nur von meiner Einschaetzung, die durch meine Zeit hier beeinflusst wurde, reden.

Viele Einschaetzung, die ich von anderen Leuten gehoert habe bevor ich nach Japan geflogen bin, bestehen zu einem grossen Teil aus der Aussage, dass man in Japan nur arbeitet, wenig Frei hat und keine Zeit fuer andere Dinge hat, da man auch verpflichtet ist mit seinen Kollegen noch nach der Arbeit etwas zu machen. Ich persoenlich habe mir immer gedacht, dass ein Teil davon sicherlich wahr ist und dass die Arbeitswelt in Japan ein hartes Pflaster ist. Dennoch habe ich zur selben Zeit auch an meine Reisen gedacht, bei denen ich auch viele Japaner in Parks, im Shoppingcenter oder auf der Strasse flanierend gesehen habe. Dadurch kam mir zum selben Zeit der Gedanke, dass es wohl dann doch nicht so schlimm sein kann wie immer alle sagen.

Nun arbeite ich in einem Gewerbe, was wohl auf der ganzen Welt eine ziemlich miese Stellung hat, Gastronomie. Der Arbeitsallatag fuer die Festangestellten beginnt um 10 Uhr am morgen und endet um 22 Uhr am Abend. Dazwischen sind zwei Stunden Pause. Samstags nur halbtags von 16 bis 22 Uhr und Sonntags ist frei. Dadurch das der Arbeitsalltag so aussieht hat man in der Woche keine Freizeit und am Wochenende ruht man sich aus. Im Prinzip hat man also kein Leben.

Nun habe ich das "Glueck", dass ich nur eine Aushilfskraft bin, die eigentlich nur halbtags arbeitet. Natuerlich ist mein Gehalt niedriger, aber ich haette wenigstens Freizeit. Waeren da nicht bestimmte Saisons, wie zum Beispiel die Spargelzeit oder Weihnachten und Neujahr, wo auch ich den gleichen Arbeitsalltag wie die Festangestellten ausprobieren "darf". Momentan ist Spargelzeit und ich arbeite nun schon seit anfang April sechs Tage die Woche und habe im Prinzip nichts von meinem Aufenthalt hier. Das Gehalt ist zwar dementsprechend "viel" und ich kann im Monat sogar ein kleines Plus verzeichnen, aber das ist auch so gering, dass es mich nicht befriedigt.

Durch diese Erfahrungen die ich hier gerade mache und durch die Menschen um mich herum, die ich sehe, komme ich zu einem Entschluss was die Arbeitswelt Japans angeht.

Einfach gesagt ist Japan ein verdammt hartes Pflaster fuer Menschen die keine gute Ausbildung haben. Diese muessen in Knueppeljobs arbeiten und haben dennoch kein Geld, was sie in ihren wenigen freien Tagen ausgeben koennten. Andersherum, hat man ein gutes Studium in der Tasche kann man eine Firma mit geregelten Arbeitszeiten und sehr gutem Gehalt finden.

Moechte man als Auslaender nach Japan, benoetigt man nur schon allein fuer das Arbeitsvisum eine "Grundausbildung", die als mindeste das Abitur und eine Fachhochschulreife beeinhaltet. Mit einer Ausbildung kommt man hier nicht sehr weit. Mit einer Fachhochschulreife benoetigt man anschliessend auch noch eine bestimmte Zeitspanne an Berufserfahrung, drei bis zehn Jahre je nach Beruf.

Schlussendlich kann ich also allen Auslaendern die nach Japan einwandern wollen nur raten: Macht euer Abi, studiert (am besten haengt ihr noch einen Master hinten ran) und versucht dann eine auslaendische Firma in Japan zu finden. Dadurch hat man dann die Vorzeuge der auslaendischen Arbeitszeiten und des Urlaubs und gleichzeitig ein gutes angepasstes Gehalt in Japan, was meistens hoeher ist als im eigenen Land.

Fuer mich bedeutet das also, dass ich hier sehr warscheinlich auch kein Arbeitsvisum erhalten werde, selbst wenn ich einen Job finden sollte. Somit plane ich Mitte Juli nach Hause zu fliegen und dann mein Abitur nach zu holen und danach dann zu studieren. Insgesamt bringt das 6 Jahre mit sich, aber mein Ziel steht fest: Ein schoenes Leben in Japan.

23.05.2015

Wieder zurueck in Nagano

Dadurch, dass momentan die Spargelsaison ist und auch unsere Restaurant nicht davon verschont bleibt, muss ich sehr viel arbeiten, was aber abgesehen von der Arbeit an sich gut ist, da ich das Geld gebrauchen kann, aber dazu spaeter mehr. Im Mai war die Goldene Woche und ich hatte dann doch mal 4 Tage am Stueck Frei, also habe ich mich entschlossen zu meiner Tante nach Nagano zu fahren. Mit dem Bus natuerlich, alles andere ist zu teuer. Auch der Bus hat fuer die rund 300 Kilometer schon 40 Euro gekostet, aber guenstiger geht halt nicht.

Eines muss man im vorraus wissen, meine Tante lebt eher auf dem Land auf einem Berg, als in der Stadt. Dadurch habe ich den totalen ausgleich zu Tokyo gehabt. Wo sie wohnt ist es wie ein Paradies, Schluchten, Fluesse, nette Menschen und Berge soweit das Auge reicht. Es ist echt unglaublich wie unterschiedlich Japan sein kann. Ich persoenlich liebe die Berge und freue mich deshalb echt hier gewesen zu sein. Nach den 4 Tagen ging es gleich wieder los in den harten Arbeitsalltag, aber da kann man nichts machen. Hier noch ein paar Fotos, allerdings sind die Anblicke in echt doppelt so schoen und atemberaubend.

Zurueck in Nagano

Zurueck in Nagano

Zurueck in Nagano

Typisch japanisches Bento

Zurueck in Nagano

Zurueck in Nagano

Zurueck in Nagano

12.05.2015